20. Januar 2018 Büro des Generalvikars

Diözesanpastoralrat im Erzbistum Köln
Protokoll der Sitzung vom 20. Januar 2018 (9:30 - 16:00 Uhr) im Piussaal des Priesterseminars, Köln

  

TOP 1: Eröffnung der Sitzung durch den Erzbischof

Der Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki begrüßt die Teilnehmenden und eröffnet die Sitzung. Er kündigt an, dass die Themen „Koinonia – Kirchenschule“ und „Wegbegleiter“ bei der nächsten Sitzung am 29./30. Juni 2018 besprochen werden.

Frau Irmgard Conin leitet einen Bibliolog (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Bibliolog) zum Sonntagsevangelium.

Diese Methode wurde durch den jüdischen Literaturwissenschaftler Peter Pitzele, entwickelt. Es ist eine moderne Form der Bibelauslegung. Es geht um das schwarze (Schrift) und das weiße (Blatt Papier zwischen dem Text) Feuer. Zwischen dem Text ist das Weiße, das Papier. Dort gibt es zwischen den Zeilen etwas zu lesen. Als Text wurde das Evangelium vom Sonntag (Mk. 1, 14-18) gewählt.

Die Teilnehmenden äußern zwischen den einzelnen Textstellen ihre Gedanken, die von der Leiterin aus Sicht der Person, die in der Bibel spricht, zusammenfassend wiederholt werden. Im Anschluss daran wird die Textstelle erneut vorgelesen, um den Teilnehmenden die Möglichkeit zu geben, den gesamten Text für sich noch einmal zu hören. Der Bibliolog endet mit einem gemeinsamen Gebet.

 

TOP 2: Protokoll der Sitzung vom 1. Dezembet 2017

  • TOP 4, S.7., Gruppe 7: Kinderbetreuung anstelle von Kundenbetreuung.
  • Seite 16 / Trauerpastoral - tot geborene Kinder / best practice; Der Generalvikar weist darauf hin, dass dieses Anliegen im Orientierungsrahmen eingearbeitet wurde.

Generell wird gewünscht, dass veränderte Texte, die an das Gremium versendet werden, entsprechend markiert werden, um die Arbeit zu vereinfachen.

 

TOP 3: Fortgang der Beratungen

Die letzten besprochenen Anregungen von Stadtdechant Msgr. Hennes, Frau Bartscherer und Stadtdechant Msgr. Assmann werden noch einmal diskutiert.

 Änderungswünsche zur neuen Vorlage werden geäußert:

  • Seite 9 / pastorale Dienste und Gemeinde wurde wie folgt verändert: „Kleriker und Laien im Pastoralen Dienst“. Es wird gewünscht, dass die Formulierung „Kleriker und Laien“ gewählt wird.

    Ergebnis: Alle Berufsbezeichnungen werden eingearbeitet.
  • Außerordentlicher Leiter der Liturgie. Die Veränderung der Formulierung wird kritisch angemerkt.

    Auf den Wunsch, dass Anmerkungen inhaltlicher Art, die noch eingearbeitet wurden, zuerst bekannt gegeben werden, bevor man eine Empfehlung ausspricht, erläutert der Generalvikar, dass es überwiegend sprachlich stilistische Dinge sind, die noch verändert wurden und Aspekte, die Bezug auf andere Ordnungen nehmen. Wichtig ist dabei zu beachten, dass bei sprachlichen Änderungen immer die Zielgruppen im Blick gehalten werden müssen.

    Mit 15 Enthaltungen empfiehlt das Gremium dem Erzbischof, dieses Papier mit den vom Generalvikar zugesagten Veränderungen in Kraft zu setzen.

    Es soll ein Heft erstellt werden, das in das Bistum hinein gegeben werden soll.
 

TOP 4: Eucharistie, Wort Gottes und Spiritualität

Der Erzbischof führt in das Thema ein.

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir werden in unseren folgenden Gesprächen die Vielfalt der Gottesdienstformen in den Blick nehmen, die unser katholisches Leben so reich machen. Wir werden insbesondere fragen, welche Formen wir bisher noch gar nicht im Blick haben und was es noch neu zu entdecken gibt. Ich freue mich auf unseren Austausch darüber, will aber diesen Überlegungen einen Rahmen und ein Vorzeichen geben. Diesen Rahmen bildet die Eucharistie und ihr theologischer Stellenwert. Wir tun gut daran, uns an diesem Rahmen zu orientieren - ich sage dies nicht zuletzt in meiner Sorge als Bischof für diese Erzdiözese.

In der Vielfalt der Gottesdienstformen der katholischen Kirche hat die Eucharistiefeier eine zentrale Stellung - und das zu Recht. Denn hier kommt zum Ausdruck und wird in zugespitzter Form gefeiert, was den Kern aller Gottesdienstfeiern ausmacht und was zugleich den Kern des christlichen Glaubens: nämlich Tod und Auferstehung Jesu Christi. Die Form für dieses Opfer Jesu Christi in der Eucharistiefeier ist ein Mahl - aber es ist nicht einfach ein Liebesmahl, eine Agape, sondern ein Mahl, in dem Jesus unter den Zeichen von Brot und Wein gegenwärtig wird. Jesus selbst deutet in diesem Sinne Brot und Wein: „Nehmt, das ist mein Leib. […] Das ist mein Blut ...“ (Mk 14,22-24)

  nd das ist das Entscheidende: Das Leiden und Sterben Jesu ist nicht allein das persönliche Schicksal eines Schmerzensmannes wider Willen. Vielmehr gibt Jesus – unter Bezug auf den leidenden Gottesknecht beim Propheten Jesaja – seinem Leiden und Sterben eine Deutung und Bedeutung: Es geschieht „für“ andere, nämlich „für“ uns. Wer sich damals wie heute um den Tisch des Herrn versammelt, lässt sich von Jesus aktuell in das Erlösungsgeschehen hineinnehmen. Denn die liturgische Feier hebt hervor, dass das Heilsangebot Gottes für alle nun speziell den Mitfeiernden gilt: „Das ist mein Leib für euch.“ (1 Kor 11,24)

H ier wächst eine Gemeinschaft mit Christus im Verzehren der gewandelten Gaben. Wir sprechen dabei nicht zufällig von „Kommunion“, vom lateinischen communio, also Gemeinschaft. Denn die gewandelten Gaben sollen auch die Empfänger selbst wandeln, und zwar in dem Sinne, wie es Augustinus beschreibt: „Seid, was ihr seht, und empfangt, was ihr seid“: nämlich Leib Christi!

Dies gilt nicht nur für den einzelnen Gläubigen, sondern für die Kirche insgesamt, die sich immer mehr in den Leib Christi wandeln soll. Kurt  Kardinal Koch schreibt dazu: „In der Eucharistie empfangen wir den Leib des Herrn und werden zu seinem Leib umgewandelt. Der Leib des Herrn, der die Kirche ist, wird in der Eucharistie aufgebaut, ja die Kirche ist in ihrem tiefsten Wesen Eucharistie.“ Daher können wir sagen, dass die Feier der Eucharistie nicht nur in das Zentrum des Glaubens, sondern auch in das Zentrum der Kirche führt. Hier wird nicht nur die zentrale Bedeutung der Eucharistie in Leben und Sendung der Kirche deutlich, sondern auch umgekehrt erschließt sich von der Eucharistie her, was Kirche als Leib Christi ist.

Denn die Mitfeiernden sind in der Feier der Eucharistie nicht passive Empfänger von Gnadengaben, die ihnen die Kirche spendet. Vielmehr wirken sie als Glieder des Leibes Christi am „ Vollzug des Priesteramtes Jesu Christi“ mit, wie es die Liturgiekonstitution formuliert. Wenn sich also Kirche als Leib Christi versteht, kann man zurecht sagen: Die Kirche errichtet sich von der Liturgie her. Sie ist „Ecclesia de eucharistia“ - so hat Papst Johannes Paul II. seine Enzyklika über die Eucharistie in ihrer Beziehung zur Kirche knapp und treffend genannt. Der Titel kann als Kurzformel gelten: Kirche (lebt) von der Eucharistie her. Von daher ist auch sofort einsichtig: die sonntägliche Eucharistiefeier ist unverzichtbar!

Sie verzeihen, wenn Sie meine Besinnung auf die Eucharistie jetzt als sehr grundsätzlich empfunden haben sollten. Es ist tatsächlich ein Plädoyer meinerseits. Aber ich bin keineswegs in ferne theologischen Höhe abgehoben. Denn ich weiß sehr wohl: So schön es wäre, wenn wir in jeder kleinen Gemeinde und an allen Kirchorten noch allsonntäglich die Eucharistie feiern könnten – so sehr fehlen uns dazu gleichermaßen die Priester wie die Gläubigen.

Seit 2014 bin ich Erzbischof von Köln. Und ich sehe uns alle in unserem Erzbistum mit dem gleichen Wandel konfrontiert, der auch unsere ganze Gesellschaft in Deutschland betrifft – mit allen Konsequenzen auch für das kirchliche Leben. Die sinkende Zahl der Katholiken, die sonntags den Gottesdienst mitfeiert, ist ein vielsagendes Symptom dafür. Besonders schmerzt, dass wir dabei ausgerechnet im „heiligen Köln“ unter dem Durchschnitt der deutschen Bistümer liegen. Mir ist deshalb sonnenklar: Wir müssen hier pastoral neue Wege gehen.

Doch was bedeutet das konkret angesichts der bisherigen Überlegungen zur Eucharistie? Zunächst einmal muss ich klar bekennen, dass es meine Aufgabe als Bischof ist, auch unter neuen - und das heißt zumeist: erschwerten - Umständen den Gläubigen die Mitfeier der sonntäglichen Eucharistie zu ermöglichen. Mit Ihnen hier im Diözesanpastoralrat, mit meinen Mitarbeitern im Generalvikariat, und vor allem mit den Seelsorgern vor Ort überlegen und diskutieren wir, wie dies mit den vorhanden Ressourcen mit Gottes Hilfe gelingen kann.

Hier sind wir im Gespräch, und diesem Gespräch will und kann ich nicht vorgreifen. Aber eine pastoraltheologische Überlegung will ich uns mit auf den Weg geben: Die Gemeinschaft der Gläubigen konstituiert sich nicht aus sich selbst heraus und holt dann Christus in ihre Mitte. Sondern es ist gerade umgekehrt: Die Gemeinschaft der Gläubigen wird erst durch Christus, der ihre einende Mitte ist, zusammengerufen. Dies feiern wir ja in der Eucharistie. Doch wenn die Eucharistie wie die Liturgie insgesamt ein Handeln Christi darstellt, und zwar in Gestalt seines Leibes, der die Kirche ist, dann können wir Eucharistie nicht im luftleeren Raum feiern. Sie muss vielmehr ihren Rückhalt, ihre Basis und ihren Wurzelgrund in der kirchlichen Gemeinschaft der Gläubigen haben.

Um es deutlich im Bild zu benennen: Die sonntägliche Eucharistie ist mehr als die Tankstelle, die ich anfahre, wenn ich Kraftstoff brauche. Denn anders als eine Tankstelle, an der ich mich sonst nicht weiter aufhalten möchte, braucht die Feier der Eucharistie den Kontext kirchlichen Lebens vor Ort. Warum? Weil kirchliches Leben nicht schlichte Geselligkeit meint, nicht eine mehr oder minder zufällige Menschenansammlung, sondern Kirche ist selbst sakramental! Sie ist das Wurzelsakrament, aus dem dann auch die Feier des Sakraments der Eucharistie erwächst.

Daher ist für mich klar: Die Orte der Feier der sonntäglichen Eucharistie dürfen keine Inseln der Seligen sein, sondern sie brauchen ihre Heimat in einem kirchlichen Leben vor Ort. Nochmals im Bild gesprochen: Kirche ist kein Tankstellenbetreiber für Vorbeikommende, sondern die Gemeinschaft derjenigen, die die Quelle ihres Kraftstoffs entdeckt haben.

 

Im Anschluss an die Einführung werden die einzelnen Arbeitsgruppen vorgestellt:

Msgr. Dr. Hofmann führt in den Inhalt ein und erläutert das Ziel der Arbeitsgruppe. Die Eucharistische Anbetung sei in der Arbeitsgruppe „Eucharistie, Wort Gottes und Spiritualität“ nur ein Aspekt unter vielen gewesen, der hier aufgegriffen werden soll. Ergänzend zur Feier der Heiligen Messe am Sonntag könnte die Eucharistische Anbetung eine Form sein, bei der eine Vertiefung des Glaubens erfolgen kann. In der Arbeitsgruppe sollen vorhandene Erfahrungen ausgetauscht und überlegt werden, wie man diese Form lebendig gestalten kann.

Ergebnis: Zunächst wurde das Thema in Bezug zur eigenen Biographie gesetzt.

Unser Verhältnis / Bezug dazu ist weil….

…eine große Sehnsucht nach Ruhe vorhanden ist. Es gibt einen großen Gestaltungsspielraum. Die Eucharistische Anbetung ist gut mit der Heiligen Schrift vereinbar und gibt Impulse. Es tut gut, einfach einmal Stille zu haben (Vergleich zu Urlaub am Meer in der Stille). Durch diese Form ist kein Druck nach „Leistung“ vorhanden. Es ist für Menschen wertvoll, eine Gemeinschaft zu erfahren. Ernste Angelegenheiten werden aber in der Regel besser unter vier Augen besprechen, d.h. im direkten Gespräch mit Gott.

Empfehlung der Arbeitsgruppe:

  • Offene Kirchen und Hinweisschilder, wo eine Eucharistische Anbetung möglich ist, d.h. sichtbar machen, wo der Tabernakel steht.
  • Formen wie „ICH-BIN-WORTE“ sind hilfreich. Eine kurze Einführung vor Ort durch kleine Postkarten wäre möglich.
  • Die Einfachheit entspricht heute überwiegend dem ästhetischen Verständnis.
  • Ein Austausch über Erfahrungen und Schwierigkeiten in Gemeindegruppen wäre hilfreich wie auch eine Person, die sich in der Gemeinde um die Kommunionhelfer kümmert, um über das Thema Eucharistie sprechen zu können.
  • Neue Ansätze sind wichtig, z.B. 24 Stunden vor Gott wird besser angenommen als Ewige Anbetung.

Bibelteilen

Gemeindereferent Ralf Gassen möchte in dieser Arbeitsgruppe den persönlichen Zugang zum Bibel-Teilen sensibilisieren und mit den Mitgliedern der Arbeitsgruppe diskutieren, was man unter „ Bibel-Teilen“ versteht. Vier Thesen dienen als Grundlage zur Diskussion. Ziel ist es, in der Arbeitsgruppe zu erarbeiten, dass es nicht nur eine Methode der Schriftlesung, sondern eine Form des Gottesdienstes darstellt.

Empfehlung der Arbeitsgruppe:

Bibelteilen ist mehr als eine Form: Bibel-Teilen führt ins Gebet, Bibelteilen ist Gebet, Bibel-Teilen ist damit Gottesdienst. Es wäre gut, Bibel-Teilen in den Kirchenraum, in eine Gottesdienstgemeinschaft hinein zu integrieren. Es sollen variable und freie Formen sein. Man kann z.B. das Wort Gottes nach dem Evangelium durch die Gemeindemitglieder wiederholen lassen als Echo zum vorgelesenen Text.

 

Wie kommt Bibelteilen an die Normalgläubigen in die Gemeinden und darüber hinaus? Ein Fastenhirtenbrief ist eine Möglichkeit. Dieser muss jedoch noch erweitert werden (z.B. ein Formular als Grundlage zusammen stellen).

 

Stundengebet

Stadtdechant Teller regt an mit der Arbeitsgruppe zu überlegen, wie man das Stundengebet in die Gemeinden hinein  übertragen kann. Erfahrungen sollen in diesem Kontext miteinander ausgetauscht und geteilt werden. Das Stundengebet ist ein Teil der Liturgie, das sich aus dem alten jüdischen Gebet entwickelt hat. Formen sollen überlegt werden, die man den Gemeinden empfehlen kann. Ein Stundengebet ist in der Leitung nicht an einen Priester gebunden. Jeder Gläubige kann diesem vorstehen, wenn er entsprechend geschult ist

Empfehlung der Arbeitsgruppe:

  • Viele Gläubige wissen nicht, was das Stundengebet ist. Daher muss es einfach praktiziert werden, um es zu publizieren.
  • Gremien, Leiterrunden sollen dafür sensibilisiert werden. Diese Multiplikatoren können das Stundengebet in die Breite tragen.
  • Gelegenheiten für die Verbreitung suchen, z.B. bei Gemeindewallfahrten
  • Bei Firmlingen könnten man verkürzte Formen des Stundengebetes einführen.
  • Es gibt auch eine Stundengebetsapp, die in den Gemeinden bekannt gemacht werden kann.
  • Das Stundengebet kann völlig unabhängig von einer bestimmten Anzahl an Teilnehmenden durchgeführt werden. Mögliche Formen sind z.B. auch der Evensong und die Kirchenmusik allgemein.
  • Materialien könnten unterstützend erstellt und angeboten werden.

Update Rheinbogen

Diakon Merz stellt diese neue Form des Gottesdienstes vor. Bei der Idee, eine neue Form zu entwickeln, stand die Frage im Mittelpunkt, wie Menschen angesprochen werden können, die mit traditionellen Formen nicht mehr erreicht werden können. Man versucht, wie man auf die ästhetischen Anforderungen der Menschen entsprechend eine Antwort finden kann. Es steckt die Idee des Missionarischen dahinter. Es sollen Dinge in die Gemeinde hinein etabliert werden, dass Glaube mit einer Haltung zu tun hat. Glaube und  Gottesdienst hat auch etwas mit Willkommenskultur zu tun.

  • Vorstellung des Konzeptes, das noch nicht fertig ist
  • Fragerunde, Anregungen, Überlegung wie es möglich sein kann, diese Idee im gesamten EB als mögliche Gottesdienstform zu feiern.

Empfehlung der Arbeitsgruppe:

Viele haben immer im Gedächtnis die Angst, ob man etwas Neues machen darf. Die Menschen sollen dort abgeholt werden, wo sie sind. Ihnen gegenüber soll das Interesse an ihnen, am Menschen, signalisiert werden. Es geht darum den Menschen zu zeigen, was die Relevanz für ihr Leben ist. Die Menschen sollen angeregt werden, dies zu entdecken. Herzliche Einladung zum nächsten Update am 16. März 2018, 18.30 Uhr. Nähere Informationen unter Seelsorgeeinheit Rheinbogen (update-rheinbogen.de) und auf facebook (Seelsorgeeinheit Düsseldorfer Rheinbogen). Dieses Format kann auch an anderen Orten problemlos umgesetzt werden.

 

Offene Arbeitsgruppe

Frau Gisela Beckmann öffnet die Arbeitsgruppe mit dem Titel „Lebensbejahende, lebensbegleitende Arten der Spiritualität“, zum Beispiel auch an Lebenswenden.

Empfehlung der Arbeitsgruppe:

  • Jeder Mensch hat seine eigene Spiritualität und möchte in der jeweiligen Lebenssituation ernst- und wahrgenommen werden. Beispiel: Trauerfeier mit den Angehörigen der Sternenkinder, Licht von Bethlehem, „Kerzchen anmachen“. Es ist wichtig zu fühlen und wahrzunehmen, was die Menschen bewegt.
  • Communio darf nicht zu eng gedacht werden auf die alte Struktur der Seelsorgebereiche hin. Was bewegt Menschen darüber hinaus zusammenzukommen?
  • Über Gesprächsangebote sollen die Themen der Personen in Erfahrung gebracht werden, um dann den Menschen Unterstützung zu geben. Darüber hinaus soll an den Orten, wo es notwendig ist, Wort-Gottes-Feiern mit Kommunionausteilung ermöglicht werden. Dies soll gefördert werden. Gottesdienst soll verstanden werden als Dienst Gottes an uns: leben – deuten – feiern. Es wäre wünschenswert, wenn der Erzbischof den Menschen Mut macht, unterschiedliche Formen auszuprobieren.

Der Erzbischof bedankt sich am Ende bei den Mitgliedern des Diözesanpastoralrates für die Empfehlungen, die vorgetragen wurden. Er fühlt sich durch den Vormittag bereichert und bestärkt und empfindet es als Ermutigung, neu zu verstehen, auf Menschen mit unserer Botschaft zuzugehen auch zu denen, die nicht mehr einen engen Kontakt zur Kirche haben. Es gibt noch viel von einander zu hören und zu lernen, wie die verschiedenen Formen helfen, dieses Ziel zu erreichen.

Folgende zwei Elemente haben sich für den Erzbischof am Vormittag heraus kristallisiert:

  • Generell muss überlegt werden, welche Bedeutung bei uns im EBK der Sonntag hat. Wie kann der Sonntag gestärkt werden, um diese Formen dann zu nutzen? Wie können wir die Menschen erreichen?
  • Es wäre der Wunsch zu überlegen, die Willkommenskultur in unseren Gemeinden zu stützen. Dieser Aspekt kann zeitnah überlegt und umgesetzt werden.
 

TOP 5: Vorstellung und Erörterung der vom Erzbistum in Auftrag gegebenen Studie des Rheingold-Institus "Warum in der Kirche bleiben"

Das Rheingold-Institut ist ein Forschungs- und Medieninstitut; www.rheingold-online.de. Es betreibt eine besondere Art von Marktforschung. Die WARUM-Frage wird bei den Befragungen bei Rheingold beantwortet. Ausgewählte Personen wurden durch offizielle Recruiter gefunden. Es waren Kölner und Menschen aus dem Umland. Das Thema Glaube, Religion hat eine große Relevanz.

Die Studie fragt nach den Bindungskräften und Gründen, die Menschen dazu bewegt in der Kirche zu bleiben. Dabei zeichnet sich ab, dass die Bindungsfaktoren der Menschen breit gefächert sein können – etwa der Wunsch nach Halt und Aufgehobensein bei Gott, das Leben in Gemeinschaft oder die Wertschätzung der caritativen Fürsorge der Kirche. Aber auch Suche nach Spiritualität sowie die alte Sehnsucht nach Erlösung und Auferstehung sind starke Motive für eine kraftvolle Kirchenbindung. In einem nächsten Schritt werden sich verschiedene diözesane Gremien mit der Studie befassen, sie auswerten und die Ergebnisse auch im Blick auf den Pastoralen Zukunftsweg in die weitere Diskussion einbringen. Die Studie war im Auftrag des Erzbistums erstellt worden.

Auf die eingehenden Fragen gab es folgende Erläuterungen:

  • In der Kirche bleiben heißt Mitglied bleiben; immer mal wieder hinzugehen. Dies ist ganzheitlich zu sehen. Auch Gemeindemitglieder, die evtl. nur alle 10 Jahre in den Gottesdienst gehen, können eine Bindung an die Kirche haben.
  • Ist es richtig, dass hier eine Haltung vorhanden ist, die als Konsumentenhaltung zu verstehen ist? Dem kann nicht zugestimmt werden, da viele auch sehr engagiert sind. Es ist eine Teilnehmerschaft, die für ihr Leben etwas aus dem Glauben, aus dem Gottesdienst zieht.
  • Die beschriebenen Phänomene sind nicht neu. Es ist aber gut zu sehen, diese in einem Schema aufgeführt zu haben.
  • Eine Frage ist: Möchte die Kirche (im Sinne einer deutlicheren Entschiedenheit), dass die Menschen, die keine enge Bindung mehr haben, aus der Kirche austreten? Problematisch dabei ist, dass damit endgültig eine - wenn auch lose - Bindung abgeschnitten wird.
  • Die unterschiedlichen Bedürfnisse und Zugänge der Menschen sind vorhanden. D.h. man muss eine Vielfalt an Angeboten für die Menschen überlegen, um den Bedürfnissen gerecht zu werden. Wichtig ist zu sehen, wo was gebraucht wird.
  • Auch hier ist zu sehen, dass Menschen eine große Lust haben, über das Thema „Kirche“ zu reden.
  • Es ist wünschenswert, die Ergebnisse zu erhalten. Wichtig ist, diese Ergebnisse zunächst in den Gremien vorzustellen und zu beraten. Es wird überlegt, wie man mit den Ergebnissen in einer guten strategische Kommunikation umgehen kann.
  • Bei einer Veröffentlichung muss über die in der Studie verwendeten Begrifflichkeiten gesprochen werden. Ein Sitzungsteilnehmer empfiehlt, die pointierten Formulierungen in dieser Form, wie auch das Bildmaterial, weder dem Gremium, noch öffentlich zur Verfügung zu stellen.
  • So ist der Begriff „Kirche“, der dahinter steht, hier zu hinterfragen. Nicht getaufte Kinder oder das Thema „Missionarisches“ zum Beispiel werden hier außen vor gelassen.
  • Die Studie ist ein wichtiger Baustein, der dazu dient zu erkennen, woraufhin man die Schwerpunkte setzen möchte. Es ist ein Hilfsinstrument und kein Mittel zur Schwerpunktsetzung, zumal im Rahmen des pastoralen Zukunftsweges.
  • Einen Vergleich mit einer Studie, die ähnliche Parameter aufweist, gibt es derzeit nicht.
  • Das Beratungsgremium empfiehlt dem Erzbischof, das Thema und die Beratungen noch einmal aufzugreifen und so in einen neuen Zusammenhang zu bringen.

Der Generalvikar weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Präsentation erst in den diözesanen Gremien beraten werden soll und dann überlegt wird, auf welche Weise die Ergebnisse veröffentlicht gemacht werden.

  

TOP 6: Bericht des Generalvikars und Aktuelles

Fortsetzung des Gesprächsprozesses der Deutschen Bischofskonferenz

In den Jahren 2011 bis 2015 haben die deutschen Bischöfe unter dem Titel "Im Heute glauben" zu einem mehrteiligen Gesprächsprozess eingeladen und 2015 eine "Botschaft zum Abschluss des überdiözesanen Gesprächsprozesses ,Im Heute glauben!'" verabschiedet, in der sie feststellen: "Diese positiven Erfahrungen des Hörens, des Austauschens und des Lernens, die wir gemeinsam gemacht haben, veranlassen uns, den dialogischen Weg in unserer Kirche weiterzugehen. Dazu laden wir zu einer Versammlung mit Vertreterinnen und Vertretern unter anderem aus den (Erz-)Diözesen, den Orden, dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken, dem deutschen Caritasverband, den Theologieprofessoren und den Gemeinschaften und Bewegungen ein, wie wir sie im Dialogprozess erlebt haben. Die Wahl der Themen und die Vorbereitung der Treffen sollen gemeinsam erfolgen.“

Entsprechend haben sich in bewährter partizipativer Weise aus den genannten Gruppierungen Entsandte ("Partizipanden") und eine von der Bischofskonferenz bestellte bischöfliche "Steuerungsgruppe" (bestehend aus Kardinal Reinhard Marx, Bischof Dr. Franz-Josef Bode, Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, Weihbischof Dr. Michael Gerber) zusammengesetzt und überlegt, welche Formen und welche Themen für die Fortführung des Gesprächsprozesses am 13./14. September 2019 geeignet sein könnten.

Es wurde das Thema "Im Heute glauben: Der Beitrag der katholischen Kirche für den Zusammenhalt der Gesellschaft" gewählt. Das Thema sollte die diözesan stattfindenden Prozesse nicht doppeln und auf Nachhaltigkeit angelegt sein. Es sollte so gefasst werden, dass auch jüngere Menschen sich gerne mit einbringen. Die Verwendung des "Mottos" des Gesprächsprozesses "Im Heute glauben" verdeutlicht den Bezug zum Bisherigen. Das Thema ist weit und allgemein formuliert, damit es für ein "Hearing", das mit den Delegiertenim Rahmen des Katholikentages am 11. Mai 2018 (von 14.00 bis 17.00 Uhr) stattfindet, offen für Konkretisierungsvorschläge durch die Teilnehmenden bleibt. Diese Vorschläge fließen in die Planung für die Veranstaltung am 13./14. September 2019 ein, wo dann hinreichend konkrete Inhalte beraten werden sollen.

Der zeitliche Abstand von Mai 2018 bis September 2019 kann auch dazu dienen, dass die von den Diözesen und Gruppierungen benannten Personen innerhalb ihrer Kreise die Themenschwerpunkte diskutieren und vorsondieren, welche Aspekte für die Kirche in Deutschland für das Leben der katholischen Kirche in Deutschland und für unser Handeln als Christen wichtig sind.

Schon jetzt bittet die Bischofskonferenz uns, Vertreterinnen und Vertreter für diese Veranstaltung zu benennen. Der Teilnehmerkreis soll kleiner sein als bei den bisherigen Veranstaltungen. Deshalb können wir als großes Bistum dieses Mal sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmer benennen. Dabei sollen, so die bewährte Praxis- ausdrücklich der Diözesanrat und der Priesterrat beteiligt werden. Es sollen Personen unterschiedlichen Alters und Geschlechts vertreten sein, die überdies in der Thematik kundig sind und die Diözese auch im Jahr 2019 vertreten können. Ich bin dankbar, wenn heute einige Mitglieder dieses Gremiums ihre Bereitschaft erklären würden, unser Erzbistum bei diesen Veranstaltungen zu vertreten. Wir würden diese Namen sammeln und dem Erzbischof übergeben, der dann im Benehmen mit dem Vorsitzenden des Diözesanrates und einem Vertreter des Priesterrates unsere Delegierten benennen wird.

 

101. Katholikentag vom 9. - 13.  Mai 2018 in Münster

Der 101. Deutsche Katholikentag in Münster 2018 steht unter dem Leitwort "Suche Frieden" aus dem Psalm 34. Zu den biblischen Grundlagen dieses Leitwortes schreibt Thomas Söding, Professor für Neues Testament an der Universität Bochum: Wer sucht den Frieden?

Das Leitwort des Katholikentages in Münster ist für Söding so "Imperativ und Hilferuf" – und brandaktuell. Es gebe derzeit kein wichtigeres Thema in der öffentlichen Debatte über Religion als das Problem der Gewalt, schreibt Söding – und Münster biete sich als Ort des Friedensschlusses nach dem Dreißigjährigen Krieg – neben Osnabrück – sehr gut an, diese Diskussion zu führen. 

Jeder Mensch sehne sich nach Frieden. Seit Jahrtausenden und in vielen Kulturen sei die denkbar kürzeste Formel für einen Willkommensgruß der Friedensgruß: "Pax – Shalom – Salam. In der Bibel begegnet einem keine Formulierung so oft wie 'Der Friede sei mit Dir' oder 'Der Friede sei mit Euch'", so Söding.

Frieden mit Gott und Frieden mit der Welt 

Der Psalm 34, aus dem das Leitwort stammt, wird David zugeschrieben: "Meide das Böse und tu das Gute; suche Frieden und jage ihm nach". Er werde auch an anderen Stellen der Bibel zitiert. Wie im Ersten Petrusbrief, wo er eine Kirche ermutigen soll, die sich vielfacher Ablehnung ausgesetzt sieht. (1 Petr 3,11).

Aus beiden Textstellen folgert Söding: "Der Psalm macht Hoffnung, dass Frieden keine Illusion, sondern eine Möglichkeit, ein Versprechen, ein Geschenk, eine Aufgabe ist. Der Brief tritt dafür ein, dass die Kirche ihre Berufung erkennt, eine Friedenszone zu sein und eine Friedensmission zu starten." Es gehe in beiden Textstellen darum, Frieden mit Gott, Frieden mit anderen und Frieden mit sich selbst zu schließen. Der Katholikentag müsse Friedensstifter bestärken, aber auch Fragen an die Friedensideale stellen: "Welche Kriege müssen beendet sein? Welche Friedenspläne können geschmiedet werden? Wer ist auf der Suche nach Frieden?"

Gleichzeitig habe der Katholikentag die Chance, das "Suche Frieden" als christliches Programmwort zu veranschaulichen. Der Bibel zufolge sei "die Suche nach Frieden die Suche nach Gott – und umgekehrt", schreibt Söding. "Die Herausforderung heute ist es, die Suche stark zu machen, die desto intensiver wird, je tiefer der Friede Gottes gespürt wird."

Unter dem Leitwort „Suche Frieden“ wird auch das Erzbistum Köln, zusammen mit dem Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln, der Pax Bank und den Tagungshäusern im Erzbistum einen Stand an der Kirchenmeile in Münster haben. Von Donnerstag bis Samstag lädt die Kirchenmeile dazu ein, die Vielfalt des kirchlichen Lebens zu erkunden. Das Engagement von Verbänden, diözesanen Laiengremien, verschiedensten Ordensgemeinschaften, und einer großen Zahl weiterer kirchlicher Gruppen und Institutionen wird hier greifbar. An den Ständen gibt es Gelegenheit zu Austausch, Information und kleineren Aktionen. Die Kirchenmeile lädt zur Auseinandersetzung und zum Mitmachen ein. 

„Familie schafft Frieden“ – so war sich die Vorbereitungsgruppe einig, wird Schwerpunktthema im Jahr 2018 auf dem Katholikentag beim Stand des Erzbistums sein. Bei Begegnung und Gesprächen können sich Getaufte und Gefirmte des Erzbistums sowie Besucher aus ganz Deutschland treffen und sich austauschen. 

Am Donnerstag, 10. Mai 2018 wird der Stand um 13 Uhr feierlich eröffnet. An den Abenden findet am Donnerstag, Freitag und Samstag in der letzten Stunde immer eine kleine Stunde  „Klaav und Klüngel“ statt.  Tagsüber werden Sie herzlich begrüßt und können bei einer Tasse Kaffee sich vom Rummel des Katholikentags auch gerne bei uns ausruhen.

Kommen Sie vorbei, wir würden uns freuen!

 

61. Eröffnung der Misereor Fastenaktion 2019 in Köln

Alljährlich findet in Deutschland die bundesweite Misereor Fastenaktion statt. Die Eröffnungsfeierlichkeiten werden vom 7. bis 10. März 2019 in Köln sein. Die Eröffnung der Fastenaktion stärkt das Thema „Weltkirche/Eine Welt“. Haupt- und Ehrenamtliche erhalten Impulse für die Gestaltung der Fastenzeit. Medien und Politik werden aktiv eingebunden. Die ARD wird den Gottesdienst, der am 10. März 2019 im Kölner Dom gefeiert wird, live übertragen. Zu gegebener Zeit wird das Thema der Fastenaktion, das im Sommer 2018 festgelegt wird, in den Gremien vorgestellt. Als Schwerpunktregion wird ein mittelamerikanisches Land ausgewählt.

Wir laden herzlich dazu ein und informieren bereits jetzt, dass die Fastenzeit 2019 wesentlich dadurch geprägt sein wird.

Geplante Veranstaltungen im Überblick:

  • Ankunft Hungertuch-Wallfahrer in Köln
  • Veranstaltungen in und mit den Schulen des Erzbistums während der Fastenzeit
  • Veranstaltung für "Eine-Welt-Gruppen" und Spender
  • Fernsehgottesdienst im Kölner Dom (ARD Live-Übertragung) 

Der Erzbischof dankt dem Gremium für den bereichernden Tag. Die Methode des Bibliologes und auch die dadurch entstandenen Ergebnisse waren eine große Bereicherung für die Gruppe. In Hinblick auf die Entwicklung des Gremiums ist der Erzbischof sehr erfreut und zuversichtlich für die zukünftige Zusammenarbeit. Alle Themen des Tages hatten eine große Relevanz für das gesamte Bistum und überall dahinter stehen Menschen, die  das zentrale Thema sind. Die lebensrelevanten Themen der Menschen zu entdecken und darauf Antworten  zu suchen, die Menschen neugierig macht und ihnen helfen kann, ein Stück weiter zu kommen, sind eine große Aufgabe und Herausforderung. Dabei spielt auch die Willkommenskultur eine ganz große Rolle. In den Themen des Tages sind Ansätze, um daraus eine Vision für das Erzbistum zu entwickeln, auf die man sich verbindlich verständigen kann.

  

Köln, den 20. Februar 2018

Für das Protokoll:

Dr. Dominik Meiering

Generalvikar

 

Nicola Löffler

Büro des Generalvikars