Risikobericht

Die zukünftige Entwicklung des Erzbistums ist von verschiedenen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen abhängig, die erhebliche Auswirkungen haben können, insbesondere auf die Ertragsentwicklung. In erster Linie betrifft dies die Kirchensteuererträge. Die Bemessungsgrundlage der Kirchensteuer, nämlich die Lohn-, Einkommen- und Kapitalertragsteuer, ist vom Erzbistum praktisch nicht beeinflussbar. Schwankungen der Bemessungsgrundlage, sei es durch die wirtschaftliche Entwicklung oder die Steuergesetzgebung, bergen daher erhebliche Risiken.

Clearingzahlungen

Die regional unterschiedliche Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland wirkt sich neben der im Vergleich schlechteren Entwicklung in Nordrhein-Westfalen auch auf das sogenannte Kirchensteuerclearing aus. Hierbei führt das Erzbistum Köln Kirchensteuererträge an andere Bistümer ab, die aufgrund des Unternehmenssitzes zunächst auf dem Gebiet des Erzbistums anfallen, letztlich aber dem Arbeitnehmerwohnsitz zuzurechnen sind. Diese Clearingzahlungen unterliegen, unter anderem wegen der langen Abrechnungsverfahren, erheblichen Schwankungen und erschweren eine zielgenaue Ergebnisplanung.

Zuweisungen und Zuschüsse

Ein grundsätzliches Risiko besteht auch hinsichtlich der Erträge aus Zuweisungen und Zuschüssen, die für den Betrieb der erzbischöflichen Schulen benötigt werden. Die Finanzierung der Schulen ist durch das Ersatzschulfinanzgesetz Nordrhein-Westfalen mit einer Refinanzierungsquote der anerkennungsfähigen Kosten von 94 Prozent abgesichert. Verschlechterungen der Finanzierungsbedingungen sind aber nicht völlig auszuschließen und stellen ein weiteres Risiko für das Erzbistum dar.

Zinsentwicklung

Die Zinsentwicklung führt auf zweifache Weise zu einer wirtschaftlichen Belastung des Erzbistums. Weiterhin fallende Zinsen wirken sich einerseits auf die Kapitalerträge aus, mit denen die notwendigen Beiträge zur Deckung der langfristigen Verpflichtungen erzielt werden müssen. Zudem erfordern sinkende Zinsen weitere Anpassungen der Rückstellungen.

Pensionsverpflichtungen

Ein weiteres Risiko stellen mittelbare Pensionsverpflichtungen dar. Die Mitarbeitenden des Erzbistums Köln haben einen Anspruch auf eine betriebliche Zusatzversorgung. Die Durchführung der Zusatzversorgung erfolgt über die KZVK. Daraus entsteht für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein mittelbarer Anspruch gegen das Erzbistum Köln. Die KZVK hat in ihrem Jahresabschluss 2014 einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von 5.514 Mio. Euro ausgewiesen. Aufgrund des Urteils des Bundesgerichtshofes vom 9. Dezember 2015 zum Sanierungsgeld hat die KZVK zu Beginn des Jahres entschieden, die seit 2002 geleisteten Zahlungen zum Sanierungsgeld zuzüglich der in diesem Zeitraum erwirtschafteten Nettoverzinsung zurückzuzahlen. Dadurch wird sich der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag um 1.385 Mio. Euro erhöhen. Die KZVK hat unter anderem mit der schrittweisen Erhöhung der Beiträge bereits Maßnahmen ergriffen, um den nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag abzubauen. Weitere Maßnahmen zur Schließung der Deckungslücke sind angekündigt. Daher geht das Erzbistum Köln davon aus, dass die KZVK auch in Zukunft allen Zahlungsverpflichtungen nachkommen wird und der Einstandspflicht des Erzbistums Köln nur eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit zukommt.

Finanzbericht 2015 (PDF)

Ansprechpartner

Ökonom des Erzbistums Köln Hermann J. Schon Marzellenstraße 32 50668 Köln T 0221 1642 1307 finanzen@erzbistum-koeln.de