Bestattung

Die Bestattung

Katholiken sprechen von der „kirchlichen Begräbnisfeier“. Wie ungewöhnlich: Angesichts des Todes wird von Feier gesprochen! Und tatsächlich: Wer glaubt, dass Jesus Christus am Kreuz den Tod eines Menschen gestorben ist, der darf auf das ewige Leben mit ihm hoffen. Bei aller Trauer, so gesehen ist ein christliches Begräbnis Ausdruck der Hoffnung – der Hoffnung, dass jeder Verstorbene, der an Christus glaubt, zum neuen Leben auferstehen wird. Er wird niemals aus der Hand Gottes fallen, weil Gott den Namen eines jeden Menschen (wie es in der Bibel sinnbildlich heißt) in seine Hand geschrieben hat.

Daher lehnt die katholische Kirche aus Respekt vor der Würde eines jeden Menschen anonyme Bestattungen ab.

Bestattungsformen

Die klassische Form der kirchlichen Bestattung ist die sogenannte Erdbestattung, bei der der Leichnam des Verstorbenen in die Erde gesenkt wird. Den Körper als Ganzes zu bestatten ist eine Weise, die Würde des Verstorbenen zu achten. Diese Bestattungsform erinnert außerdem an die Beisetzung Christi und bringt so auch die Hoffnung auf die Auferstehung zum Ausdruck.

Doch die kirchlichen Friedhöfe verschließen sich nicht anderen Bestattungsformen, v.a. nicht der Beisetzung von Urnen mit der Asche nach einer Feuerbestattung. Wie die Urne näher hin beigesetzt werden kann, hängt von den Gegebenheiten des einzelnen Friedhofs ab (ausgewiesenes Einzelgrab, Beisetzung auf einer Rasenfläche, eventuell – sofern vorhanden – unter Bäumen). Jedoch sind auch Urnenbeisetzungen auf kirchlichen Friedhöfen niemals anonym und haben einen Bezug zur Auferstehungshoffnung, denn der Verstorbene fällt in die Hand Gottes und kehrt nicht einfach in den Kreislauf der Natur zurück.

Diese Hoffnung des christlichen Glaubens gilt auch für jene Menschen, die tot geboren wurden oder zu früh zur Welt kamen und verstorben sind. (Oftmals spricht man von „Sternenkindern“.) So unvorstellbar kurz ihr Leben auch war, ihre menschliche Würde ist kein bisschen geringer. Daher wurde auf vielen Friedhöfen ein besonderer Ort eingerichtet, wo diese Menschen würde- und liebevoll bestattet werden können.

Wer bestattet?

Zur kirchlichen Begräbnisfeier gehört natürlich eine kirchliche Begleitung. Im Erzbistum Köln gehört dies zu den wichtigen Aufgaben der Geistlichen, also der Priester und Diakone. Inzwischen können im Erzbistum Köln auch Laien im Pastoralen Dienst sowie geschulte Gemeindemitglieder diesen Dienst übernehmen. Dadurch wird deutlich, dass hier nicht nur Verwandte, Freunde und Bekannte einen Verstorbenen verabschieden, sondern auch die Glaubensgemeinschaft der Kirche offiziell eines ihrer Glieder auf seinem letzten Weg begleitet.

Wer dennoch einen freien Trauerredner wünscht, muss bei der Pfarrei als Trägerin des kirchlichen Friedhofs fragen, ob dies möglich ist.

Text: Alexander Saberschinsky

Beerdigungsbegleitung


Der letzte Weg eines Menschen kann sehr einsam sein: Alleinstehende Personen ohne Angehörige. Häufig werden sie ohne Trauergemeinde beigesetzt. Die Pfarrei St. Severin in Köln hat sich zur Aufgabe gemacht, dass „niemand allein gehen“ muss. Knapp 20 Ehrenamtliche sind sogenannte „Trauerbegleiter“. Sie begleiten einsame Beerdigungen aus ihrer Gemeinde und gedenken der Verstorbenen.

> vgl. Laien im Bestattungsdienst