Ökumene – Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki und Präses Manfred Rekowski

22. Februar 2021 Newsdesk/Schoon, Je

Den Beginn der Fasten- und Passionszeit haben Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki und der Präses der Evangelischen Kirche in Rheinland, Manfred Rekowski, am Samstag gemeinsam mit einem Gottesdienst eingeläutet. An der traditionellen ökumenischen Passionsandacht in der Düsseldorfer Johanneskirche nahmen auch der Düsseldorfer Stadtdechant Pfarrer Frank Heidkamp, Vertreter der Griechisch-Orthodoxen Kirche sowie der Freikirchen teil. Für Rekowski war dies der letzte große Gottesdienst in offizieller Funktion mit dem Kölner Erzbischof, bald geht der 63-jährige in den Ruhestand. Am 20. März übernimmt der Theologe Thorsten Latzel das Amt des Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, in das er kürzlich von der Landessynode gewählt wurde.

Perspektiven aus der Corona-Pandemie

Perspektiven aus der Corona-Pandemie, die viele Menschen – auch in den Tagen der Fastenzeit – besonders betroffen macht, standen im Mittelpunkt der Predigt des Erzbischofs. Über manch einem habe sich in diesen Wochen und Monaten so etwas wie ein „bleiernes Dunkel“ gelegt, sagte Woelki. „ Wie dieses Dunkel bewältigen? Wie durch das Dunkel kommen?“ Als Antwortmöglichkeiten zu diesen Fragen wählte der Kardinal Anregungen aus dem Bilderzyklus des Isenheimer Altars. Das Kunstwerk des Meisters Matthias Grünewald wurde 1516 für das Isenheimer Antoniterkloster geschaffen, in dessen Umfeld auch Pestkranke behandelt wurden. Es zeigt ausdrucksstarke Szenen des Passions- und Ostergeschehens.

Bei der Betrachtung der Kreuzigung Jesu seien die „Siechen von Isenheim“ noch tiefer in die Finsternis des Glaubens gestoßen, legte Woelki dar. „Sie sahen, dass sie nicht allein waren in ihrer Finsternis, zumal Grünewald die Wunden der Geißelung wie aufgebrochene Pestmale dargestellt hat.“ Die dramatische Darstellung des „Anführer des Glaubens“ weise auf der Kehrseite des Altars aber auf die Heilsbotschaft hin: Dort ist in leuchtenden Farben Christi triumphierende Auferstehung dargestellt. Doch vorher zeigt auf der Altartafel der Finger des Täufers Johannes auf den Gekreuzigten: Dieser sei das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.

„Die Tage der gerade begonnenen österlichen Bußzeit und der Maler rufen uns, zum Gekreuzigten aufzublicken und den Gekreuzigten im Auge zu behalten, ihn, der unsere Krankheiten getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen hat“, sagte Woelki. Dies gelte es auch, während der Coronapandemie einzuüben. „Wenn wir den Gekreuzigten im Licht nicht aus dem Auge verlieren, können wir getrost dem Dunkel entgegengehen. Wir werden durchkommen“, schloss der Erzbischof.

Ökumenische Andachten in Advent und Fastenzeit

Zum Beginn des Advents und der Fastenzeit feiern der Kölner Erzbischof und der oberste Repräsentant der Evangelischen Kirche in Rheinland traditionell einen gemeinsamen Gottesdienst. Während die Vesper zum Advent jedes Jahr in der Kölner Basilika St. Aposteln am Neumarkt stattfindet, lädt die evangelische Kirche zu Beginn der Passionszeit in die Düsseldorfer Johanneskirche ein. Es predigt jeweils der Gast.